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Was bringt Planung – Plan rein, Hirn raus?

18.04.2016 – Das Ärgerliche: Planung funktioniert! Allzu oft erreichen Firmen, Teams und Mitarbeiter ihre Planziele. Gerade angekommen, stellen sie fest: »Wir finden uns in einer anderen Wirklichkeit wieder als wir sie zum Planungszeitpunkt annahmen. Das erreichte Ziel ist kaum noch etwas wert.« Schlimmer noch: »Wir hätten es wissen können!« Im “thinktalk“/1 erklärte ein Teilnehmer: »Pläne geben uns Sicherheit. Diese nimmt uns dann die Angst vor der Zukunft im Zusammenhang mit der Realität.« Er gab also zu, dass Pläne und reale Verhältnisse verschieden sind. Der Abend diskutierte »Wetten statt Planen«?

Liebe Leserin, lieber Leser,

dachtest du kürzlich darüber nach, ein Problem zu lösen? Lag die Lösung in der Zukunft? Hast du geplant?

Unterscheiden wir gleich zu Beginn zwei verschiedene Pläne:

  • Den zur Umsetzung von etwas Konkretem und
  • den zur Erreichung einer Idee oder Strategie.

Mit Plänen wollen wir unsere Zukunft strukturieren. Sie richten unser Handeln auf Ziele aus. Um die Zukunft aktiv zu gestalten, unsere Zeit und Ressourcen heute schon sinnvoll einzusetzen, treffen wir beim Planen Annahmen über unserer Zukunft. Konkretes setzen wir typischerweise mit Aufgaben um, die wir aufeinander abstimmen können. Manche Tätigkeiten laufen parallel, andere müssen auf die Fertigstellung vorgelagerter warten. Die Aufgabenstellung ist bekannt, die Lösung ist bekannt. Wir suchen noch den geeignetsten Weg. Hier, in der Abwicklung, ist Planung überaus sinnvoll.

Kommen wir zur …

  • Umsatz-
  • Liquiditäts-
  • Strategie-Erreichung

und dergleichen mehr. Ich stimme dem Gast des thinktalk zu: »Zu diesen Punkten planen wir, um uns die Angst vor der Zukunft zu nehmen«. Wir tun es, um andere Menschen kontrollieren zu können, dass sie arbeiten, wie wir es uns ausdachten. Ist das tatsächlich ein guter Weg, mit dem was kommt umzugehen? Gibt uns das die dafür nötige Flexibilität, Offenheit und Achtsamkeit auf Risiken wie Chancen? Was passiert in der zwischenmenschlichen Kommunikation?

Wir kennen eine interessante Alternative!

Auf das Ungewisse, Dynamische und Komplexe, das unsere Arbeitswelt heute ausmacht, lohnt es, zu wetten. In der Wette liegt von Beginn an die Möglichkeit, dass sie verloren geht. Deshalb beherzigen alle, die eine solche platzieren, die mit ihr verbundenen Gefahren. Jede/r strebt danach, stets die Bedingungen für den Wetterfolg zu verbessern. Totgeborene Annahmen, Vorstellungen und Projekte erkennen wir viel schneller als das, was sie sind. Schon zu Beginn, wenn wir uns nur ausmalen, unsere knappen Ressourcen auf sie zu verwetten und vielleicht komplett zu verlieren. Dir gefällt dieser Gedanke? Hier gibt es mehr dazu zu lesen!

Achte …

…darauf, Zocken zu vermeiden. Spieler zocken, wegen des Kicks. Sie suchen nach riskanteren Spielweisen und setzen damit ihre Existenz (und nicht selten die anderer) aufs Spiel. Dabei achten sie lediglich auf ihren Nervenkitzel. Häufig sogar, indem sie andere übervorteilen. Gleichgültig gegenüber den Inhalten sowie den Aufgaben, geht es nur darum, ein möglichst hohes Wagnis einzugehen. Das ist keine sinnvolle Haltung im Umgang mit Zukunft.

Suchst du allerdings nachhaltige Ziele – wie etwa sichere Arbeitsplätze, stabile Qualität, geringe Umweltbelastung oder ein verlässliches wirtschaftliches Fundament – entwickle Vorgehensideen, wie Du dorthin kommst. Dann lohnt es, auf die Ideen zu setzen. Im besten Fall findest Du Dritte, die mit Dir zusammen tippen. Anhand Deiner Wettquoten siehst Du, wo die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit zugeordnet wird. So priorisierst Du Deine Vorhaben. Du kannst auch entscheiden, welche davon Du angehen willst. Beispielsweise könntest Du für Dich eine Risikostreuung vornehmen. 90% der Unternehmungen sollen ein geringes Umsetzungrisiko haben, 10% ein hohes. Während die 90% Dein Leben sichern, können die 10% mit der Absicht verbunden sein, überdurchschnittlich hohes Einkommen zu generieren.

Noch mehr Wert bringt tatsächlich die Vorbereitung einer solchen Wettsituation. Die Fragen:

  • Wen lässt man wetten?
  • Was für Alternativen stehen zur Verfügung?
  • Wie können die Wettenden die Auswahl richtig verstehen?
  • usw.

lassen Dich und andere besser mit Zukunftsangst umgehen als jeder Plan. Letzterer dient uns lediglich dazu, die Gefahren des Kommenden zu verdrängen. Tatsächliche Sicherheit gibt – wenn überhaupt – die gute Vorbereitung.

Zurück auf Anfang: Dachtest du kürzlich darüber nach, ein Problem zu lösen? Lag die Lösung in der Zukunft? Kennst du Aufgabenstellung und Lösung schon oder suchst Du in einer unsicheren und dynamischen Umwelt nach einer stimmigen Lösung? Ist es bei Deinem Ziel also angebrachter zu planen oder zu wetten – auf was tippst Du ;)?

Stells Dir vor – Es ist einfach, wenn Du’s nur versuchst …
Gebhard


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